Climate Action South Tyrol

Im Pustertal werden die aktuell verfügbaren Olympiagelder gerade massiv in wenig nachhaltige Straßenbauten investiert – so auch in Olang (Kreuzungsbereich Dolomitenhof). Obwohl das Land noch im Dezember 2022 eine ressourcenschonende einstöckige Kreisverkehrsvariante an der Einfahrt nach Olang vorschlug, wurde den Gemeinderäten der Gemeinden Olang und Rasen Antholz Anfang Mai 2023 alternativlos nur eine (!) einzige Variante (doppelstöckiger Kreisverkehr mit kreuzungsfreier Durchfahrt) zur Abstimmung vorgelegt – begründet mit den Worten „Funktionalität“ und „Sicherheit“. Schmackhaft gemacht wurde diese Variante den Gemeinderäten auch wegen scheinbarer Vorteile für die Seitenachsen.

Nach erfolgter Abstimmung mussten die Verantwortlichen in einem Treffen mit den Gemeinderäten am 24. Mai 2023 allerdings einräumen, dass die vorgeschlagene doppelstöckige (planfreie) Variante vom Sicherheitsaspekt her doch schlechter ist als eine einstöckige (plangleiche) Kreisverkehrslösung. Die Durchfahrtsgeschwindigkeit wird doppelt so hoch sein und die Einreihung in die Hauptachse wird viel gefährlicher werden als bei einer einstöckigen Kreisverkehrslösung. Der einzig wirkliche „Vorteil“ einer doppelstöckigen Variante in Olang ist also die ungebremste Durchfahrt für den Transitverkehr.

Weitere Infos:

climateaction.bz

https://www.salto.bz/de/article/13092023/gruene-gegen-kreisverkehr-olang

https://www.rainews.it/tgr/tagesschau/articoli/2023/06/es-braucht-keinen-doppelstoeckigen-kreisverkehr-fc5202d6-12a9-4acd-b7fe-2410cfe55cd3.html

Tipp: Reparieren statt aussortieren!

Die Firma Einstein aus Eppan hat eine langjährige Erfahrung und Expertise im textilen Bereich. Im Januar 2022 hat das Unternehmen ihre Schneiderei deutlich vergrößert. In diesem Zuge wurde der Entschluss gefasst, einen Reparaturservice für Outdoortextilien anzubieten.

Repariert werden alle Arten von Textilien (Schuhe bis dato ausgenommen!). Da jeder Fall jedoch individuell zu betrachten ist, hat das Unternehmen ein einfaches und schnelles Verfahren entwickelt, um dem Kunden die nötigen Erstinfos (Machbarkeit und Kosten) zu übermitteln. Hierfür muss der Kunde auf der Webseite eine Anfrage an Einstein schicken. Anhand einer groben Schadensbeschreibung und Hochladen von Bildern des zu reparierenden Teils, erhält der Kunde innerhalb von 24 Std. einen Kostenvoranschlag. Basierend darauf kann er sich dann entscheiden, ob er den Artikel reparieren lassen möchte. Wenn ja, kann das Produkt an Einstein geschickt oder persönlich vorbeigebracht werden.

Hier der Link mit weiteren Infos: https://einstein-repair.com/de/textil-reparatur/
Auf youtube.com: https://www.youtube.com/watch?v=5TSJRKYdmDo

Dolomiten UNESCO Welterbe

Im Jahr 2009 sind neun Teilgebiete der Dolomiten zum Welterbe der UNESCO erklärt worden. Das ist die höchste Auszeichnung für ein Schutzgebiet. Diese neun Gebiete verteilen sich auf fünf Provinzen im Dolomitenraum  und hängen geographisch nicht unmittelbar zusammen, stellen aber hinsichtlich der Kriterien für die Aufnahme in die Welterbeliste ein einheitliches Ganzes dar. Aufgrund ihrer landschaftlichen Schönheit und ihrer geologischen bzw. geomorphologischen Bedeutung sind diese neun Teilgebiete bestimmt worden.
In den letzten Jahren hat man sich auf politischer Ebene damit befasst, inwiefern es möglich ist, den Gedanken „Wir sind alle Welterbe“ in diesen neun heterogenen Teilgebieten zu verankern. Das ist nach wie vor keine leichte Aufgabe, denn die Ausgangssituation und das Verständnis für die Umsetzung dieser Vision können sich dabei in den jeweiligen Gebieten wesentlich voneinander unterschieden. Mithilfe einer gemeinsamen Führungsstrategie soll der Schutz des Welterbegebietes aufrecht erhalten werden. Allerdings ist das bis dato nicht gelungen. Diese Auszeichnung sollte eigentlich für die Politik ein Ansporn sein, das Gebiet noch mehr zu schützen und alle Besucher diesbezüglich viel mehr zu sensibilisieren.

Aktuell ist es jedoch das komplette Gegenteil eingetroffen: überfüllte Passstraßen, Lärm und Gestank ohne Ende, Müll, Menschenmassen. Kein Respekt, Influencer die nur schöne Fotos haben wollen und dann wieder davon rauschen. Die Dolomiten sind zu einem Disney-Playground verkommen! Schade.
Weitere Informationen zum Thema finden sich hier: http://www.dolomitiunesco.info/?lang=de

Keine Lifte, keine Zukunft?

Ein interessante Diskussion im Basecamp des Alpenvereins zum Thema: Höher, schneller, weiter: Brauchen wir wirklich noch mehr Lifte? Wie kann ein verträglicher Tourismus in Zukunft aussehen? Welche Rolle spielt dabei die Bewahrung der Natur? Hat die Pandemie ein Umdenken in der Tourismusbranche bewirkt?

Hier der Link: https://youtu.be/nDAIcGYZRJs

Alle Podcast-Folgen aus dem Alpenverein Bascamp findest du hier: https://www.alpenverein.at/portal/basecamp/index.php

Politik braucht Mut! Und nichts anderes…

In den letzten Jahren sind hierzulande immer wieder neue „Skandale“ ans Tageslicht gekommen… tja… auch im „Heiligen Land“ Tirol gibt es sowas.

Der vielleicht eklatanteste ist erst jüngst an Tageslicht gekommen und wird als „SAD-Skandal“ oder „Abhöraffäre“ in den lokalen Medien betitelt. Dabei geht es um die Gespräche zwischen politischen und wirtschaftlichen Akteuren, die im Vorfeld der Landtagswahlen 2018 geführt worden sind. Das wäre an sich ja nichts Außergewöhnliches, wenn der Inhalt dieser Gespräche nicht so brisant wäre…diese aber wurden in einem Buch („Freunde im Edelweiss“) veröffentlicht und führten bzw. führen zu einem Sturm der Entrüstung, der in den analogen und digitalen Medien offenkundig wird.

Wenn man sich auch nur einen Teil diese Gespräche anhört zeigt sich -objektiv betrachtet- sehr nüchtern, dass es in der politisch-wirtschaftlichen Welt keine Moral gibt, im Gegenteil: einige dieser Leute, die hier ins Rampenlicht kommen, lassen sich auf korrupte Verflechtungen ein und wollen damit allen Anschein nach eine persönliche Bevorteilung erzielen.

Der Gipfel der Unverfrorenheit: diese Personen möchten in dieser Situation, teilweise als gewählte und im Amt stehende Volksvertreter, so einfach wie möglich ihren Kopf aus der Schlinge zu ziehen und sich selbst als Unschuldslämmer darstellen.

In diesem politisch-wirtschaftlichen Sumpf von Intrigen und Machtspielen schaden sich diese Personen dabei selbst und auch anderen schaden, weil sie nicht verstanden haben, was „Real“-Politik bedeutet: Nämlich für ein Land zu arbeiten und das heißt: Die vielfältigen Probleme aber auch Möglichkeiten der Gegenwart und der Zukunft mit Kreativität, Objektivität und Weitblick anzupacken und dabei die ökologischen Folgen in der Entscheidungsfindung immer mit einzubeziehen.

Es darf nicht sein, dass sich im politischen Alltag ständig individuelle Interessen in den Vordergrund drängen. Wenn sich diese Akteure unter derartigen Umständen wenigstens einmal kritisch und selbst reflektierend beleuchten würden, wäre ein wichtiger Schritt getan. Der Anstandsapostel in ihnen würde (hoffentlich) erwachen und sagen: Bitte verabschiedet auch von der Bühne, der Applaus ist lange schon verhallt.

Die Hütte brennt!

Und noch ein Beitrag zum Klimawandel… muss das sein? Ja, es muss! Bereits seit Jahrzehnten, spätestens mit dem Kyoto-Protokoll von 1997, warnen die Klimaforscher weltweit eindringlich vor den Folgen des Klimawandels. Dieser beschleunigt sich von Jahr zu Jahr und das eingeforderte „1,5 Grad-Ziel“ rückt weltweit in immer weitere Ferne.

Der renommierte, mittlerweile emeritierte Professor und gebürtige Forscher aus dem Südtiroler Schnalstal Dr. Georg Kaser (Geo- und Atmosphäreninstitut, Uni IBK) drückt die Situation in seinem Beitrag in der Wochenzeitschrift FF vom November 2021 klar aus: „Wir müssen jetzt handeln. Sonst sind wir verloren„: klarer geht es nicht. In einem Radiobeitrag in Radio Tirol (A) vom April 2022 drückt er es nochmals deutlich aus: „… wenn er sich die Klimawandel in Folge der Erderwärmung und seine Folgen anschaut, dann hofft er soviel Glück zu haben, dass er als fast 70jähriger das alles nicht mehr erlebt.“

Auch ich beobachte die Klimaveränderungen seit Langem und wenn man sich die wissenschaftlichen Berichte und Statistiken dazu anschaut, dann kommt es Dicke auf uns zu. Die Politik hat in den letzten 25 Jahren kaum etwas dafür getan, wenn es um das Thema Klimawandel geht.

Dabei ist es offensichtlich: Stark-Niederschlagsereignisse und Überschwemmungen, Hitze und Dürre, Tornados mitten in Europa, riesige Eisschelfe die in der Antarktis abbrechen, Tiere die ihre Lebensgrundlage verlieren… und vieles mehr: Planet Erde hat Fieber und dies zeigt sich immer öfter und immer stärker. Jahr für Jahr. Das Grundübel dafür ist ein scheinbar nicht enden wollender und ungestillter Hunger nach wirtschaftlichem Wachstum und den damit einhergehenden unaufhaltsamen Raubbau von Rohstoffen und Ressourcen. Dabei sollten wir Menschen mittlerweile gelernt haben, dass kein System dauerhaft wächst und dabei gesund bleibt: Das ist nur bei kranken Systemen der Fall und die führen mittelfristig zwangsläufig zum Tod.

Georg Kaser fordert in diesem Artikel einen radikalen Wandel in unserem Tun und ein massiven Zurückschrauben unseres Energieverbrauchs. Weniger Fleisch essen, nur 1 x im Jahr in Urlaub fliegen, das Auto öfter stehen lassen und auf das Rad umsteigen, usw. alles ok, das wird aber nicht reichen.

Für den radikalen Wandel braucht es politischen Weitblick und vor allem Mut: ich frage mich nur, wo der herkommen soll. Aktuell fahren wir ungebremst und mit Vollgas in das Klimachaos hinein. Wir werden daran zerschellen, so wie die Welle an der Felsklippe. Wenn wir allerdings von dannen gezogen sind, hat der Planet Erde eine neue Chance sich zu entfalten.

Tipp: Rucksack richtig packen!

Der Rucksack ist dein ständiger Begleiter am Berg. Ist dieser falsch gepackt, dann kann die Bergtour ganz schnell zur Qual werden. Wichtig ist natürlich der für dich passende Rucksack, die Beratung im Fachgeschäft spielt hier anfänglich eine wichtige Rolle.

Was ist beim Packen wichtig?

Der richtige Schwerpunkt muss eingestellt sein: das ist für die eigene Sicherheit wichtig und anderseits auch für den Tragekomfort. Der Schwerpunkt der Last sollte oberhalb des Körperschwerpunkts liegen, d. h. ungefähr zwischen Bauchnabel und Hüfte. Die schweren Gegenstände sollten deshalb möglichst nah am Rücken in dem beschriebenen Bereich „transportiert“ werden.

Im Deckelfach des Rucksacks werden alle kleineren Gegenstände gepackt, wie z. B. Mütze, Handschuhe, Schokoriegel.
In der Mitte des Hauptfachs werden die schweren Ausrüstungsgegenstände platziert (z. B. Trinkflaschen, Karabiner, usw.), an den Seiten wiederum die leichteren Dinge, wie z. B. die Bekleidung.
Verfügt der Rucksack über Netz-Außentaschen dann kommen dort jene Utensilien sein, die schnell und öfter am Berg verwendet werden, wie z. B. Sonnencreme, Sonnenbrillen, Karten oder auch eine leichte Jacke. Dabei soll auf eine gleichmäßige Verteilung zu beiden Seiten geachtet werden.

Tipp 1: VOR dem Start einer Bergtour einfach den Rucksack mit den erforderlichen Ausrüstungsgegenständen packen und dann „anprobieren“: dieser sollte jede Bewegung mitmachen und dabei so wenig wie möglich stören.

Verfügt der Rucksack über Schulterriemen und einen Hüftgurt, dann werden diese bei geschultertem Rucksack eingestellt. Eine besondere Bedeutung hat hier der Hüftgurt, das dieser die Hauptlast trägt bzw. diese auf die entsprechende Körperpartie überträgt.
Die Schulterträger des Rucksacks dürfen nicht „über den Schultern“ stehen – in diesem Fall sollte, wenn möglich, die Länge des Rucksacks eingestellt werden. Zuletzt wird der Brustgurt geschlossen und „angezogen“, sodass die Schulterträger stabilisiert werden und ein seitliches Verrutschen des Rucksacks verhindert wird.

Ein Anpassung des Rucksacks kann auch während der Tour eine gute Maßnahme sein, um das Tragen zu erleichtern bzw. die beanspruchte Muskulatur zu entlasten.

Tipp 2: mach dir Gedanken was du für die bevorstehende Tour wirklich brauchst – denn alles Überflüssige kann getrost zu Hause gelassen werden!

Und weitere Tipps gibt es HIER! & unter https://www.bergzeit.de/magazin/rucksack-richtig-packen/!

Steckbrief: der Steinbock

Stolz und majestätisch
So präsentiert sich der Steinbock (Capra ibex) seinen Beobachtern. Apropos beobachten: der Steinbock ist in etwas entlegeneren Ecken in den Dolomiten und im Nationalpark Stilfser Joch anzutreffen. Weitere Bestände außer in Italien (Nationalpark Gran Paradiso) gibt es in der Schweiz, in Österreich, Frankreich und Slowenien. Das Tier aus der Gattung der Ziegen erreicht eine Schulterhöhe von max. 90 cm, die Farbe ist graubraun bis braun. Das weibliche und das männliche Tier tragen Hörner.

Paarung und Lebenserwartung
Der Steinbock ist ein reiner Pflanzenfresser und ernährt sich von Gras, Kräutern und Flechten. Das Tier lebt in einer Herde und erreicht ein Alter von 12 – 15 Jahren. Die Herde setzt sich aus im Normalfall aus 10 – 20 Weibchen und mehreren Jungtieren zusammen. Die Fortpflanzungsperiode beim Alpensteinbock ist im Dezember/Jänner, die Tragzeit ist ca. 21 – 23 Wochen. Es wird in der Regel ein Jungtier geboren. In der Paarungszeit suchen die Böcke die Weibchen auf und versuchen, Kontrolle über die Herde zu erlangen. Zwischen konkurrierenden Böcken kommt es dabei zu Kämpfen. Ein Bock muss mindestens sechs Jahre alt sein, um eine Chance zu haben, diese Kämpfe zu überstehen und einen Harem zu gewinnen. Den Winter über bleibt der Bock bei der Herde und verlässt sie im Frühling.

Steinbock und Mensch
Der Steinbock stellt für den Mensch keine Gefahr dar, vorausgesetzt, dass sich dieser einer Herde nicht aufdringlich nähert. In der Vergangenheit wurde das Tier als mystisches Wesen angesehen, dessen Blut und sonstig Verwertbares als Medizin gegen verschiedene Krankheiten eingesetzt wurde. Die Jagd auf das Tier war damit eröffnet, was dazu führte, dass der Alpensteinbock fast ausgerottet wurde. Bis Anfang des 19. Jahrhunderts konnte sich nur ein Bestand von etwa 100 Tieren im italienischen Gran-Paradiso-Gebiet* halten. Dem valdostanischen Förster Josef Zumstein und dem Schweizer Naturforscher Albert Girtanner gelang es die Behörden zum Umdenken zu bewegen und die letzten Steinböcke im Gran-Paradiso-Gebiet zu schützen.

*der Nationalpark Gran Paradiso wird im Jahre 1922 gegründet. Dieser Nationalpark ist der älteste Italiens und der zweitälteste in den Alpen (der älteste Nationalpark ist der „Parc Naziunal Svizzer in Graubünden/Schweiz, gegründet 1914). Im Jahr 1913 findet die letzte köngliche Jagd statt. Viktor Emanuel III. aus dem Haus Savoyen (von 1900 bis 1946 König von Italien) beschließt, das in seinem Besitz sich befindliche Gran-Paradiso-Gebiet dem Staat zu überlassen, sofern dieser die Errichtung eines Nationalparks konkret ins Auge fasst. Diese Bedingung wurde dann auch umgesetzt.

Steckbrief: der Wolf

Auf leisen Pfoten
Der Wolf (canins lupus) gerät immer wieder in die Schlagzeilen, wenn z. B. Schafe oder andere Nutztiere gerissen werden. Der Aufschrei, dass der Wolf nicht zu unserem Lebensraum gehört, wird dann sehr laut. Man sollte dabei jedoch nicht vergessen, dass es sich nicht um eine Einwanderung, sondern vielmehr um eine Rückkehr dieses Tieres handelt. Der Wolf ist ein soziales und gleichzeitig scheues Raubtier (aus der Familie der Hunde), das für den Menschen normalerweise keine Bedrohung darstellt. In vielen Kulturen, wie z. B. bei den Indianern in Nordamerika wird der Wolf als gleichwertiges Wesen angesehen.

Lebenserwartung und Beute
Die Lebenserwartung eines Wolfes liegt in Freiheit bei etwa 10 Jahren. Die Hauptbeute eines Wolfes ist das Rotwild, die Reviergröße beläuft sich ca. auf 100 – 200 km². Wölfe fressen „auf Vorrat“ und können mehrere Tage ohne Nahrung auskommen. Apropos Nahrung: Wölfe sind reine Fleischfresser und ein ausgewachsener Wolf hat einen Tagesbedarf von rund 3- 5 kg.
Wölfe sind von Natur aus hervorragend ausgestattet: als „Augentiere“ nehmen sie geringste Bewegungen in großer Entfernung wahr, ihr Geruchssinn ist phänomenal: Menschen, Tiere oder Artgenossen können Sie auf eine Entfernung von zwei Kilometern wittern.
Wölfe sind durch ihren langbeinigen Körperbau geradezu prädestiniert um lange Strecken laufen zu können.

Mensch und Wolf
Das Verhältnis zwischen Mensch und Wolf ändert sich nachhaltig mit dem Beginn des Sesshaftwerdens des Menschen und die damit einhergehende (land)wirtschaftliche Tätigkeit. So wurde der Wolf im 19. Jahrhunderts stark bejagt, sogar einige Flurnamen wie z. B. „Wolfsgrube“ belegen dies. Der letzte Wolf in Südtirol wurde angeblich im Jahr 1896 in Südtirol erlegt. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts verschwand er dann vollständig aus den nördlichen Regionen im Alpenraum. Das Raubtier wurde immer weiter zurückgedrängt und konnte sich nur noch in den Abruzzen halten – seit 1970 ist der Wolf dort unter Schutz gestellt und die Population erholt sich seither wieder, was gleichzeitig auch bedeutet, dass sie ihren Lebensraum erneut erweitern. Davon „verschont‘“ bleiben somit auch die nördlichen Gebiete nicht und im Jahr 2010 gelang der erste Nachweis eines Wolfs auf Südtiroler Boden am Deutschnonsberg. Er kann sich den Lebensraum mit dem Menschen teilen, ohne dass dieser ihm jemals direkt begegnet.

Der Wolf als Jäger
Der Wolf ist ein vorsichtiger Jäger, überaus anpassungsfähig. Seine Beute tötet er meist mit einem entschlossenen Biss in die Kehle. Dabei handelt es sich in erster Linie, alte, geschwächte oder junge und unerfahrene Tiere als Beuteobjekt aus. Wölfe sind damit ein wichtiger Bestandteil im Ökosystem.

Fortpflanzung
Ein Rudel im Alpenraum besteht aus 5-6 Tieren, das sich aus den Eltern, den Welpen und den Jungtieren des Vorjahres zusammensetzt. Die Rudel ist Nordarmerika oder Sibrierien sind wesentlich größer. In einem Rudel pflanzt sich nur das Alpha-Paar fort. Die übrigen Familienmitglieder helfen bei der Aufzucht der Jungen. Ein Rudel in freier Wildbahn verteidigt sein Revier gegenüber der Konkurrenz und legt eine strenge Rangordnung fest. Sobald die Jungen bereit sind, eine eigene Familie zu gründen, verlassen sie in der Regel das elterliche Territorium. Dann beginnt für sie die große Suche nach einem Partner und einem eigenen Revier mit Wanderungen von oft vielen hundert Kilometern. So leben Wolfsrudel in freier Natur ohne Streitigkeiten um die Rangordnung, um Führungspositionen und um das Recht auf Fortpflanzung. Eine Hierarchie mit „Alpha“-, „Beta“- und „Omega“-Wölfen entsteht nur dort, wo das Abwandern nicht möglich ist, also in Wildparks und Zoos. Dann sind viele fortpflanzungsfähige Tiere gezwungen, auf engem Raum zusammen zu leben und müssen sich arrangieren.

Einen weiterführenden Artikel findest du hier: https://www.deutschewildtierstiftung.de/wildtiere/wolf

Geologie (1) Südtirols – ein Streifzug.

Das Land auf zwei Kontinenten
Südtirol – ein Land der Berge. Ein Gebiet in welchem unterschiedliche Landschaftscharaktere aufeinandertreffen, die auf eine Vielfalt von tektonischen und stratigraphischen Besonderheiten zurück zu führen sind, denn Südtirol ist ein Land auf zwei Kontinenten! Es hat Anteil an den Zillertaler Alpen, den Hohen Tauern, den Ötztaler und Stubaier Alpen. Die Ortlergruppe, die Sarntaler Alpen und nicht zuletzt die „Bleichen Berge“, die Dolomiten, seit 2009 UNESCO WELTERBE, liegen geographisch innerhalb Südtirols oder grenzen daran an.
Aus geologischer Sicht finden sich in Südtirol nämlich Gesteine, die ursprünglich auf zwei Kontinenten gebildet worden sind: in der Nordhälfte des Landes tritt der Europäische Kontinent, mit den sich später abspaltenden Penninischen Einheiten, hervor. Im Süden findet sich der Adriatische Mikrokontinent (Apulische Platte), ein abgesplitterter Teil von Afrika, mit seinen Ostalpinen und Südalpinen Einheiten.
Naturgemäß entsteht an diesen unterschiedlichen paläogeografischen Positionen im Lauf der Jahrmillionen eine entsprechende Vielfalt von Gesteinen. Durch die alpine Gebirgsbildung grenzen nun die verschiedensten Einheiten auf engstem Raum unmittelbar aneinander. Die unterschiedlichen Gesteine „reagieren“ gegenüber der Beanspruchung durch die Vergletscherung während der Eiszeiten, gegenüber Verwitterung und Erosion äußerst differenziert. In dieser Entwicklung, die einige hundert Millionen Jahre Erdgeschichte repräsentiert, liegt die ausgeprägte Diversität der Südtiroler Landschaft begründet.

Die geologische Zweiteilung Südtirols
Südtirol wird durch eine markante Struktur geologisch zweigeteilt. Während der Süden vorwiegend von magmatischen und sedimentären Gesteinen geprägt wird, ist der Norden durch metamorphe Gesteine dominiert. Die auffallende Trennlinie zwischen diesen großen Einheiten wird als „Periadriatische Naht“ bezeichnet und ist eine der prominentesten tektonischen Strukturen in den Alpen. Diese Linie stellt die Grenze zwischen Südalpin und den Ostalpinen Einheiten dar. Erst die Kollision der Adriatischen Platte mit dem Europäischen Kontinent führt zur Überschiebung des Ostalpins auf das Penninikum (vereinfacht ausgedrückt zählen dazu die Ablagerungen in der Nähe zum ehemaligen europäischen Kontinentalrand und im Penninischen Ozean). Diese Kollision führt zur eigentlichen Gebirgsbildung (Orogenese) der Alpen und zum heutigen Nebeneinander unterschiedlichster Gesteinseinheiten.
Der Untergrund des Südalpins wird vorwiegend durch Quarzphyllite des Erdaltertums (Paläozoikum) gebildet. Gegen Ende des Paläozoikums (vor ca. 260 – 250 Mio. Jahren) setzt verstärkt magmatische Tätigkeit ein, ein Teil der Schmelzen blieb in etwa 12 km Tiefe stecken und erstarrte dort (z.B. Brixner Granit), ein anderer Teil trat an die Erdoberfläche aus und bedeckte riesige Flächen (Bozner Quarzporphyr). Erst mit Beginn des Erdmittelalters (Mesozoikum, ab 250 Mio. Jahren vor heute) erfolgt die Ablagerung jener Gesteine, die das markante Erscheinungsbild der Dolomiten und der Brenta prägen.

Die metamorphen Gesteine nördlich der Periadriatischen Naht
Geologisch werden hier wiederum zwei Großeinheiten voneinander unterschieden. In den Zillertaler Alpen tritt mit dem Zentralgneis die Europäische Kruste zutage, überlagert von schiefrigen Hüllgesteinen, die am Kontinentalrand und am Boden des ehemaligen Penninischen Ozeans abgelagert wurden. Die zweite Großeinheit, das Ostalpin, stellt den ursprünglichen Nordrand des Adriatischen Mikrokontinents (Apulische Platte) dar. Hier sind vor allem Glimmerschiefer, Gneise und andere metamorphe Gesteine des frühen Erdaltertums vertreten. Nur sporadisch sind noch Reste einer ehemaligen Sedimentbedeckung aus dem Mesozoikum vorhanden (z. B. Tribulaungruppe, Ortler). Im Zuge der alpinen Gebirgsbildung sind in junger Zeit (vor ca. 30 Millionen Jahren) noch einmal tonalitische Gesteinsschmelzen in diese Serien eingedrungen und erstarrt (z. B. Rieserferner- und Rensenpluton, Gänge im Ortlergebiet).
Die letzte Prägung der Landschaft erfolgte erst im Laufe der Eiszeiten, deren letzte (sog. Würm-Eiszeit) ihren Höhepunkt erst vor ca. 20.000 Jahren hatte. Das heutige Erscheinungsbild wird durch die andauernden Erosionsvorgängen laufend verändert.

Quelle
Einführung in die Geologie Südtirols, 2005 (Volkmar Mair)