Tipp: Bleib sauber!

„Saubere“ Berge – das wünschen wir uns doch alle. Wenn man draußen unterwegs ist, dann trifft man immer wieder auf allerlei Unrat. Dabei gehört es doch zur Selbstverständlichkeit, so wenig Spuren wie möglich zu hinterlassen, egal ob man jetzt am Berg oder in der Stadt unterwegs ist. Der hinterlassene Abfall ist ein ästhetisches und ökologisches Problem, der darüber hinaus auch Kosten verursacht, denn: den Müll vom Berg ins Tal zu bringen ist mit einem zeitlichen Aufwand verbunden, dessen Kosten andere tragen. Das gilt übrigens auch für den organischen Abfall: Am Berg herrschen keine idealen Bedingungen für dessen Kompostierung vor! Orangenschalen, Eierschalen und Taschentücher usw. werden nicht gefressen und es dauert lange, bis dieser Abfall zersetzt wird. Ein Dorn in Auge sind neben all dem anderen Müll die Zigarettenstummel, die eigentlich im Sondermüll landen sollten. Nach dem Rauchen sind Tabakreste und Filterkörper mit giftigen Substanzen sowie Teer, Nikotin und mehr belastet: in einem einzigen Zigarettenstummel finden sich lt. einer Untersuchung des Naturschutzbundes über 4.000 schädliche Stoffe, der 40 – 60 Liter sauberes Grundwasser verunreinigt.

Verrottungszeiten

Tipps für Bergfreunde – wenn die „Notdurft“ plagt

Quelle: Saubere Berge 1/2017 (Österreichischer Alpenverein)

Den ganzen Artikel findest du hier: Saubere Berge

Alpingeschichte – Teil 1

Was ist Alpinismus?
Dem Duden zufolge bedeutet Alpinismus „Bergsteigen in den Alpen, im Hochgebirge“. Damit wird klar, dass dahinter eine vielfältige und spannende Geschichte steht, die mit besonderen Charakteren verbunden ist und uns bis heute beschäftigt. Alpinismus bedeutet nicht Stillstand, sondern ständige Weiterentwicklung. Alpingeschichte befasst sich nicht nur mit Alpenraum oder den Dolomiten, sondern umfasst das weltweite Bergsteigen vom Himalaya bis in die Anden, von der Antarktis bis nach Alaska. Alpinismus bedeutet Leidenschaft, Abenteuer, Tod.

Von Ötzi bis zum Corno Grande
Spätestens durch die Funde am Schnidejoch in der Schweiz und nach dem „Ötzi„-Fund im Jahre 1991 am Finaljoch in den Ötztaler Alpen, weiß man, dass der Mensch bereits in der Jungsteinzeit in den Bergen unterwegs war. Seine Ausrüstung spricht eine eindeutige Sprache. Dennoch ist bis in das Spätermittelalter wenig über die Besteigung von Bergen bekannt.
Auch die Überquerung der Alpen durch Hannibal im Zuge des 2. Punischen Krieges ist ein Teil der Alpingeschichte, obwohl die Route nicht exakt bekannt ist. Angeblich überschreitet er mit 37 Elefanten und tausenden von Soldaten die Alpen südlich des Mont Blanc. Damit versucht er einen römischen Angriff auf Spanien zu vereiteln.
Der italienische Humanist Francesco Petrarca dokumentiert seine Besteigung des Mont Ventoux in der Provence (1912 m) im 14. Jahrhundert. Zuweilen wird Petrarca deshalb als Vater des Alpinismus bezeichnet, allerdings muss man dahinter ein großes Fragezeichen setzen.
Gegen Ende des 15. Jahrhunderts, genau im Entdeckungsjahr Amerikas durch den italienischen Seefahrer Christoph Kolumbus, wird Frankreich der erste Klettersteig gebaut. Auf Befehl von König Karl VIII. gelingt es einer französischen Militäreinheit mit einem immens hohen Materialaufwand die steilen Wände des Mont Aiguille (2087 m) zu bezwingen.

Die Neuzeit
Das Bergsteigen bleibt in der Neuzeit nicht nur auf den Alpenraum beschränkt. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts soll Diego de Ordás, ein spanischer Konquistador zusammen mit zwei weiteren Abenteurern den mexikanischen Vulkan „Popcatépetl“ (5642 m) bestiegen haben – ein Höhenweltrekord, der mehrere Jahrhundert lang bestehen bleibt. Im Jahr 1573 erfolgt die erste überlieferte Besteigung des Corno Grande (ca. 2900 m), höchster Gipfel des Gran-Sasso-Massivs in den Abruzzen durch den Bologneser Francesco de Marchi.

Kampf ums Überleben – der Ahrntaler Dialekt

Töldrarisch réidn, se hiar i giang – und dos sött a niè ondoscht wiang! (Auszug aus einem Gedicht von Klothilde Egger)

Ein Dialekt ist die regionale Ausprägung der Hochsprache, von der er sich vor allem in der Aussprache und im Wortschatz unterscheidet. Beide verändern sich ständig. So hat sich auch der Ahrntaler Dialekt vor allem in der zweiten Hälfte des 20. Jhs durch äußere Einflüsse (Fremdenverkehr, Massenmedien, Fremdsprachen) und durch den Wandel in der Arbeits- und Lebensweise grundlegend verändert. Alte Wörter, die mit der bäuerlichen Arbeitswelt zusammenhängen, verschwinden zusehends, und für das moderne Berufsleben müssen neue Dialektausdrücke geprägt werden.

Wer ins Ahrntal reist, kommt natürlich nicht der Sprache wegen… aber die hohen Berge, die das Tal umgeben, haben vielleicht dazu beigetragen, dass im Ahrntal ein besonderer Dialekt gesprochen wird, der jedoch zunehmend verschwindet. Der Sprachwissenschaftler Egon Kühebacher aus Innichen nennt das Ahrntal den „sprachlich konservativsten Kernraum“ der Alpen. Er entdeckte hier „Archaismen*, die seit der althochdeutschen Zeit nahezu unverändert bewahrt geblieben sind“. Das Ahrntal sei „Relikt- und Rückzugslandschaft“ sprachlicher Denkmäler. Und jedes dieser Denkmäler verrät etwas über die Siedlungs- und Kulturgeschichte der südlichen Alpen. Auch Begriffe wie „Ploil, Ferggl, Gonta“ würden etwas verraten, wenn es denn jemand wissen wollte.

Den „Ploil“ z. B. sieht aus wie eine halbfertige Handschaufel. Die Oberfläche ist glatt statt hohl. Mit dem „Ploil“ wurde in der Vergangenheit die Bettwäsche ausgeklopft. Seit Daunenfedern bevorzugt werden, reicht einfaches Ausschütteln. Die „Ferggl“ hingegen ist ein Holzschlitten, mit dem man im Winter das Heu von den „Schupfen“ am Berg ins Tal bzw. ans das Gehöft gezogen hat. Und die „Gonta“? Darunter versteht man einen hölzernen Kasten der für das Aufbewahren von Lebensmittel genutzt wurde, heute wird dafür der Kühlschrank oder die Speisekammer verwendet.

Im Ahrntal versucht man diesen einmaligen „tölderischen“ Dialekt zu bewahren, indem man Wörter und Ausdrücke aufschreibt und veröffentlicht. Natürlich werden diese Begriffe damit nicht automatisch auch im Alltag verwendet, aber es ist zumindest ein Beitrag für die Sprachpflege, denn es wäre schade, wenn ursprüngliche Wörter aus dem „Tölderischen“ in Vergessenheit geraten.

*die Gebrauchshäufigkeit eines Wortes nimmt ab, da es von den Sprechern einer Sprachgemeinschaft als altmodisch empfunden wird

Quellen

Gemeinde Ahrntal

Artikel Peter Linden

Kupferbergwerk in Prettau

Bergbau in Tirol
Der Bergbau hat in Tirol eine alte Tradition. Seinen Höhepunkt erreichte er am Ausgang des Mittelalters und am Beginn der Neuzeit (15. und 16. Jh.), an mehreren Orten Tirols wurde aber schon in der Bronzezeit Kupfer abgebaut. Ob Prettau zu diesen Orten gehörte, ist heute nicht mehr mit Sicherheit zu sagen, obwohl der Fund einer Bronzeaxt (vermutlich stammt diese zwischen 1300 und 1000 v. Chr.) in Prettau im Jahr 1864 dafür spricht, dass es in Prettau einen vorgeschichtlichen Bergbau gegeben hat.

Kupferbergwerk Prettau
Konkret geschichtlich fassbar wird das Prettauer Bergwerk im 15. Jahrhundert, als der Bergbau in Tirol einen großen Aufschwung nahm. Einige Hinweise sprechen dafür, dass in der Zeit nach 1400 in Prettau mit dem Abbau von Kupfer begonnen wurde. Im Jahr 1426 wird das sog. „Tauferer Kupfer“ (= Kupfer aus Prettau) erstmals erwähnt. Wer ein Bergwerk eröffnete musste zwangsläufig mit hohen Investitionen (Knappen, Infratrukturen für Förderung, Transport, Aufbereitung, usw.) rechnen, bis man auf Erz stieß. Diese Investitionen brachten einzelne Gewerken nicht auf, sie schlossen sich zusammen und betrieben das Bergwerk gemeinsam. Die Anteile waren in Neuntel aufgeteilt. Wer nun die ersten Gewerken des Prettauer Bergwerkes waren, die beim Landesfürsten um die Schürfrechte am Rettenbach, wie der Rötbach in den Urkunden und Akten immer genannt wird, ist nicht bekannt.

Die zweifellos bedeutendsten Gewerken in Prettau war die Familie der Freiherren von Welsperg (ein altes Tiroler Geschlecht, seit 1220 im Ritterstande), die ab dem Jahr 1504 Gewerken waren. Das Bergwerk am Rötbach in Prettau war das bei weitem größte und bedeutendste im ganzen Ahrntal, aber es war nicht das Einzige.

Werkzeuge
Zum Aushauen der Stollen benutzten die Knappen verschiedene Arbeitsgeräte. Zum Aufreißen und Wegräumen von Erdreich und Geröll dienten die Keilhaue (eine Art Pickel) und die Kratze (spitze Haue). Die wichtigsten Geräte waren zudem die Stuf- und Ritzeisen sowie das Schlägel. Die Stuf- wie die Ritzeisen waren 11,1 hammerförmig, hatten aber eine spitze Seite. Diese Spitze wurde aufgesetzt und das Eisen mit dem Schlägel angetrieben. Diese Arbeit nannte man „Schrämen“. Die Schrämarbeit war bis etwa 1630 die wichtigste und häufigste Tätigkeit in den Bergwerken. Danach begann man mit Sprengungen, in Prettau taucht 1641 zum erstenmal „Pixnpulver“ in den Rechnungen auf.

Eigentumsverhältnisse und Situation heute
Die Eigentumsverhältnisse sind sehr komplex, die letzten Eigentümer waren die Grafen von Enzenberg. Der Betrieb wurde im Jahre 1893 eingestellt. Für die Betriebsschließung nach 500 Jahren gab es mehrere Ursachen: die schwerstwiegende war zweifelsohne die Einfuhr von Billigkupfer aus Amerika, aber auch die Überschwemmungskatastrophe von 1878, als das Schmelzwerk in Arzbach zerstört wurde, dürfte dazu beigetragen haben.
Zwischen 1957 und 1971 wurde der Betrieb in Prettau wieder aufgenommen, aber aus ökonomischen Gründen wieder geschlossen. 35 Knappen -meist Einheimische- haben zuletzt noch gearbeitet. Seit 1996 ist das Bergwerk in der Zeit von April bis Oktober für Besucher zugänglich. Im Herbst 2000 kam das Bergbaumuseum im Kornkasten Steinhaus dazu, der von der Gemeinde Ahrntal angekauft wurde.

Südtirol nach dem Zweiten Weltkrieg

Das Gruber-Degasperi-Abkommen
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs verweigern die Siegermächte Südtirol das Selbstbestimmungsrecht, verpflichten allerdings Italien und Österreich zu Verhandlungen über Südtirol. Am 5. September 1946 unterzeichnen der italienische Ministerpräsident Alcide Degasperi und der österreichische Außenminister Karl Gruber den Pariser Vertrag. Darin sind besondere Maßnahmen festgeschrieben, die der Südtiroler Bevölkerung die Entwicklung von Sprache, Kultur und Wirtschaft sichern soll. Das „Gruper-Degasperi-Abkommen“ wird integrierender Bestandteil des Friedensvertrags der Alliierten mit Italien und damit auch offiziell eine internationale Angelegenheit.

Die Feuernacht und das Autonomiestatut
Weil der Pariser Vertrag auch 15 Jahre nach dessen Abschluss nicht umgesetzt ist, wendet sich Österreich an die UNO. Gleichzeitig eskalieren die Spannungen im Land. In der Nacht des 11. Juni 1961 werden Dutzende Hochspannungsmasten in ganz Südtirol gesprengt. Die „Feuernacht“ richtet die Aufmerksamkeit der italienischen und europäischen Öffentlichkeit auf Südtirol.
Im Anschluss an die Debatten vor der UNO und die Bombenanschläge Anfang der 60er Jahre beginnen langwierige Verhandlungen zwischen Rom, Bozen und Wien. Diese münden letztendlich in ein ganzes „Paket“ an Maßnahmen, die ihren Eingang in das Zweite Autonomiestatut finden, welches am 20. Jänner 1972 in Kraft tritt.
20 Jahre später (1992) sind die Maßnahmen des Pakets umgesetzt, Italien und Österreich können festhalten, dass das Ziel eines effizienten Minderheitenschutzes erreicht ist und den seit 1959 dauernden Streit vor der UNO nun auch offiziell beilegen (Streitbeilegungserklärung). Die Südtirol-Autonomie bleibt international verankert.

Das Ende der europäischen Binnengrenzen und die Europaregion Tirol (2011)
Nach dem Beitritt Österreichs zur Europäischen Union und dem Inkrafttreten des Schengener Abkommens wird der Grenzbalken am Brenner im Jahre 1998 entfernt.

Im Jahre 2011 wird die Europaregion Tirol, Südtirol und Trentino auf der Grundlage der Verordnung 1082 vom 5. Juli 2006 des Europäischen Parlaments als zweiter EVTZ  in Italien (als erster in Österreich) und als 21. in Europa mit eigener Rechtspersönlichkeit gegründet und ein gemeinsames Büro in Bozen eröffnet. Der EVTZ soll als Europäischer Verbund für Territoriale Zusammenarbeit vor dem Hintergrund des Prozesses der europäischen Integration die grenzüberschreitende, transnationale und interregionale Zusammenarbeit zwischen seinen Mitgliedern erleichtern und fördern.

Die Europaregion vereint ca. 1,7 Millionen Einwohner auf einer Gesamtfläche von 26.255 km², aufgeteilt auf die zwei autonome italienischen Provinzen Bozen-Südtirol und Trentino sowie auf das österreichische Bundesland Tirol. Sie stellt eine Schnittstelle und gleichzeitig eine Plattform verschiedener Kulturen und Mentalitäten dar, eine Chance bieten soll, kulturell, politisch und wirtschaftlich zusammenzuwachsen.

Südtirol nach dem Ersten Weltkrieg

Der Friedensvertrag von St. Germain
Der Friedensvertrag von St. Germain, der im September 1919 unterzeichnet wird, regelt nach dem Ersten Weltkrieg die Aufteilung der österreichischen Reichshälfte Österreich-Ungarns. Mit dem Vertrag wird der südliche Teil des österreichischen „Kronlandes“ Tirol dem Königreich Italien zugeschlagen. Die „neue“ geopolitische Grenze verläuft am Brenner. Der „Friedensvertrag“ wird im Oktober 1920 ratifiziert, die Annexion Südtirols durch Italien wird somit rechtskräftig und die Bemühungen der Süd-Tiroler um eine Autonomie schwinden damit dahin. Die italienische Regierung trifft bereits unmittelbar nach dem Krieg verschiedene Maßnahmen, die die „neue“ Zugehörigkeit des südlichen Tirols zu Italien deutlich werden lassen sollten.

Der Faschismus
Mit dem Marsch auf Rom im Herbst 1922 übernehmen die Faschisten die Macht in Italien, für Südtirol beginnt damit eine Phase der Zwangsitalianisierung; z. B. wird der Gebrauch der deutschen Sprache untersagt, deutsche Schulen werden geschlossen, deutschsprachige Beamte und Lehrer entlassen oder zwangsversetzt. Vereine werden verboten oder dürfen keine traditionelle Tracht mehr tragen, Symbole und deutsche Inschriften auf kulturell und historisch bedeutenden Objekten werden willkürlich entfernt. Im Jahre 1928 wird das „Siegesdenkmal“ in Bozen feierlich eröffnet. Von Benito Mussolinis Regime gefördert, wandern zehntausende Italiener nach Südtirol ein.

Die Option
Mussolini verfolgt die Italianisierung Italiens bis zum Äußersten. Nachdem im Jahre 1933 Adolf Hitler die Macht in Deutschland übernimmt und die Gewaltherrschaft des Nationalsozialismus mit all seinen dramatischen Folgen beginnt, hat das auch auf Südtirol wesentliche Auswirkungen.  Mit dem „Hitler-Mussolini-Abkommen“ (Oktober 1939) werden die Menschen in Südtirol vor die Wahl gestellt: sie können ihre Heimat verlassen und ins Deutsche Reich umsiedeln oder sie bleiben italienische Staatsbürger, allerdings unter Aufgabe der eigenen Identität, Muttersprache und Kultur. Das Abkommen betrifft neben den Südtirolern z. B. auch die Sprachminderheit der „Zimbern“ in der Provinz Trient (Lusern, Fersental), Vicenza (Sieben Gemeinden) Diese Entscheidung wird als Option bezeichnet. Der Termin für die Entscheidung wird auf den 31.12.1939 festgesetzt, ursprünglich lag die Entscheidungsfrist „erst“ auf dem 31.12.1942. Es beginnt eine massive, auch von den Nationalsozialisten geförderte Kampagne zugunsten der Umsiedlung, der letztendlich über 80% der Südtiroler folgen. Die Kriegsereignisse sorgen allerdings dafür, dass schließlich ‚“nur“ rund 75.000 Südtiroler (von ca. 250.000 Einwohnern, ohne Italiener) auch tatsächlich ihre Heimat verlassen.

Wirtschaft im Pustertal: der Kronplatz

Der Kronplatz
Der Kronplatz oberhalb von Bruneck im Pustertal ist Teil des Dolomiti-Superski-Karusells und heute eines der modernsten Skigebiete Südtirols. Die ersten Pläne zur Erschließung des Brunecker Hausbergs mit einer Seilbahn gehen bereits auf die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zurück. In den Zwischenkriegsjahren regt sich nicht viel bis zum Jahr 1938: damals will man eine Schwebebahn bauen, das Projekt scheitert jedoch, aufgrund des fehlenden Finanzierungskredits in Höhe von 1 Million Lire.

Startschuss in den 60er Jahren
Im Jahr 1960 gelingt es dann dem damaligen Bürgermeister Ernst Lüfter die Finanzierung sicherzustellen. Auf sein Betreiben hin wird im Mai 1960 die Kronplatz GmbH gegründet. Startkapital waren 550.000 Lire. Bereits 16 Monate später erfolgte die Umwandlung in eine AG. Pionierarbeit leisten auch Haymo von Grebmer und Max Stemberger, die im Jahre 1962 Unterschriften sammeln, um so die Unterstützung für ihr Skiprojekt zu finden. Im Frühsommer 1963 wurde der erste Skilift, der „Belvedere“ von der Firma „Leitner“ in Sterzing gebaut, Kostenpunkt: 11,5 Mio. Lire. Die erste Wintersaison 1963/64 bringt nur geringe Einnahmen. Im Verwaltungsrat ist man jedoch vom Erfolg des Skitourismus im Pustertal überzeugt, sodass in den Folgejahren weiter investiert wird. Ein Meilenstein dabei ist die Fertigstellung der Bergstation am Kronplatz im Jahre 1968. Bereits Anfang der 70er Jahre konnte die Genehmigung der Grundstücksbesitzer für den Bau der Silvester-Abfahrt auf der Nordseite des Skibergs eingeholt werden.
Ebenfalls Mitte der 70er Jahre setzt die Kronplatz AG erste Maßnahmen in Richtung Umweltschutz. Der Kronplatz war der erste durch eine Kanalisation ausgestattete Skiberg Südtirols. Für die Entsorgung von Abwasser und Müll wurde 1974 eine eigene Dienstleistungsgesellschaft gegründet.
Mitte der 70er Jahre  konnte die Gesellschaft zum ersten Mal Dividenden an die Miteigentümer auszahlen, wobei auf eine fortlaufende Potenzierung und Erneuerung der Infrastrukturen Wert gelegt wird. Mitte der 80er Jahre beschließt man den Bau einer neuen Umlaufbahn. Der Auftrag ergeht an das Unternehmen »Leitner“ aus Sterzing. Am 25. Dezember 1986, auf den Tag genau 23 Jahre nach der Jungfernfahrt der ersten Seilbahn, nimmt die damals größte Umlaufbahn ihrer Art den Betrieb auf. Transportleistung: 2250 Personen pro Stunde.

Ohne Technik läuft nicht’s
Ende der 80er Jahre kündigen sich schwierige Zeiten an, nachdem die Winter 1987, 1988 und 1989 sehr schneearm sind. Daher werden die Pisten schrittweise mit modernen Beschneiungsanlagen ausgestattet. Heute präsentiert sich der Kronplatz als moderner Skiberg, dessen Aufstiegsanlagen in der Stunde mehr als 65.000 Personen befördern. An Spitzentagen im Winter werden über 20.000 Gäste am Kronplatz gezählt.
Der Kronplatz hat sich in den über 50 Jahren seines Bestehens zum Wirtschaftsmotor des mittleren Pustertales entwickelt. Die gleichnamige Ferienregion ist ein wichtiger Bestandteil der Südtiroler Tourismuswirtschaft, von der weitere Wirtschaftszweige wie das Handwerk, das Bauwesen, der Klein- und Großhandel usw. profitieren.

Tourismus: der Verkehr (3)

Die Rolle der Eisenbahn (ab 1880 bis 1914)
Am Anfang des modernen Tourismus steht die Eisenbahn. Das Bild oben zeigt den Bau des Niederdorfer Bahnhofs im Jahr 1870/71. Im Unterschied zur Postkutsche, in der wenige Menschen auf engem Raum zusammengedrängt durcheinander gerüttelt und den Unbilden der Natur relativ ohnmächtig ausgesetzt wurden, erlaubt die anfangs etwa dreimal so schnelle Eisenbahn vielen hundert Menschen weite Strecken innerhalb kurzer Zeit zurückzulegen. Der Bau und die laufende Erweiterung des Eisenbahnnetzes ab Mitte des 19. Jahrhunderts bedeuten für ganz Europa und besonders auch für den Alpenraum einen Meilenstein in der touristischen Entwicklung, der bis weit in das 20. Jahrhundert hineinreicht (vgl. Hachtmann 2007, 74). Mit der Eröffnung der Brennerbahn im August 1867 und der verkehrstechnischen Erschließung des Nordportals der Dolomiten, durch die Bahnverbindung nach Toblach im Jahre 1878, wird damit gleichzeitig die Basis für ein erhöhtes Gästeaufkommen im südlichen Teil Tirols gelegt.

Beispiel: Infrastruktur und Verkehr im Pustertal
Mit dem quantitativen Anstieg der Gäste erfolgt ein Ausbau der Infrastrutur, sodass z. B. die Zahl der Neubauten von Gasthöfen und Hotels bereits in der Zeit vor 1914 stark zunimmt. Diese Entwicklung führt zu einer Belebung der Ortschaften. Ein Beispiel dafür ist Neutoblach, das mit seinem Grandhotel in den Sommermonaten vom mondänem Publikum besucht wird.
Transportiert wurden die „Fremden“ mit Stellwagen und Kutschen, die von Pferden gezogen worden sind. Die Kutscher prägten das Bild der Verkehrswege und konnten in der Saison einen guten Verdienst erzielen. In den Sommern gegen Ende des 19. Jahrhunderts zählte man am Pragser Wildsee an Spitzentagen 200 Kutschenpferde, die Ein- oder Zweispänner zogen. Autos gibt es zu dieser Zeit kaum und beispielsweise dürfen diese auf der Straße in das Pragsertal nur im Ausnahmefall verkehren.

Beispiel: das Aufkommen des Autos – Beispiel Tauferer Tal
Das zunehmende Aufkommen wurde kritisch gesehen, war aber der Meinung, dass diese Entwicklung nicht aufzuhalten sei. So gibt es im Tauferer Tal ab 1871 gibt es eine relativ gut befahrbare Talstraße, auf der zunächst vorwiegend mit Postkutschen und Stellwagen der Personentransport zwischen Bruneck und Taufers und weiter nach Kasern abgewickelt wird. Der Postkutschendienst kommt für die Einheimischen aus Kostengründen jedoch anfänglich kaum in Frage. Deshalb gehen sie zu Fuß oder fahren mit Privatfuhrwerken, wenn es z. B. auf die Märkte in Sand oder in Bruneck wollen.
Im Jahre 1900 geht bei der k. und k. Bezirkshauptmannschaft in Bruneck ein Ansuchen um eine Konzession zum regelmäßigen Personentransport mit einem 12-sitzigen Automobilwagen auf der Strecke Bruneck – Sand in Taufers ein.  Im Gemeindeausschuss von Bruneck diskutieren darüber Befürworter und Gegner.
Der Gemeinderat Anton Mariner vertritt damals die Interessen der Fuhrwerker und sieht die Verdienstmöglichkeiten durch die Konkurrenz des Automobils massiv beeinträchtigt, da der Personentransport im Winter nicht viel hergibt. Der Wirtschaftsvertreter und Wiener Fabrikant Josef Moessmer, der die in Mühlen in Taufers gegründete Lodenfabrik durch eine Finanzspritze gerettet und nach Bruneck verlegt hatte, sieht den Bedarf für den Automobilverkehr gegeben. Für den Fremdenverkehr und die Stadt Bruneck, so Moessmer, komme der geplante Personentransport mittels Automobil nur zugute, denn viele Touristen möchten sich das Tauferer Tal ansehen, müssten das aber wegen der schlechten und teuren Verkehrsmittel  unterlassen… Schließlich stimmte der Gemeinderat von Bruneck mit 6:4 Stimmen für den Bedarf des Personenverkehrs mit einem automobilen Zwölfsitzer, der somit ab dem Jahre 1900 durch das Tauferer Tal verkehrte. Der Personentransport sollte im Zeitraum vom 15. Mai bis zum 15. Oktober erfolgen und pro Person und Fahrt 2 Kronen kosten.

 

Tourismus: die Entdeckung der Berge (2)

Wie alles beginnt (1765 – 1880)
Der Startschuss für den heutigen Tourismus in Tirol und den Alpen fällt mit dem Beginn der Industriellen Revolution in England gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Die Städte erfahren ein rasches Wachstum, erste Industriegebiete entstehen, Arbeiten und Wohnen werden voneinander getrennt. Vom modernen Tourismus ist man noch weit entfernt – die wenigen Touristen gegen Ende des 18. Jahrhunderts beschränken ihren Aufenthalt auf einige Destinationen in der Schweiz, allen voran Chamonix, Zermatt oder Grindelwald.
Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts durchkämmt eine wachsende Schar von Forschern und Bergsteigern die Alpen, indem sie vermessen, zeichnen, Karten anfertigen, Pflanzen und Tiere erkunden, geologische Proben entnehmen, neue Wege über Gipfel und Jöcher suchen. Diese Forschungsarbeit wird in der Öffentlichkeit interessiert wahrgenommen und die Erkenntnisse über die Westalpen schreitet damit zügig voran (vgl. Gidl 2007, 19). Ausgehend von der Westschweiz dehnt sich diese Form des Tourismus zunehmend nach Osten hin aus.

Konservative & liberale Ansichten
Der aufkommende Tourismus ruft seine Kritiker und Befürworter auf den Plan. Von ersteren wird der Tourismus zugespitzt als „Monokultur“ bezeichnet, durch welche das Tiroler Volk seine Eigenart verliert und nur mehr auf finanziellen Gewinn aus ist. Es wird bemängelt, dass die Preise für bestimmte Dinge in die Höhe getrieben werden und aus „früher“ idyllischen Plätzchen überfüllte Kurorte geworden sind, an denen der Einheimische nicht unbedingt geduldet wird. Die konservativ-kritischen Ansichten richten sich auch gegen den Deutschen und Österreichischen Alpenverein. Die Aktivitäten der Vereine werden als „preußisch“ bezeichnet, in den Schutzhütten, die damals errichtet werden, sah man die Möglichkeit zur Spionage. Auch die für den Sonntag angesetzten Bergtouren, die den Besuch der Messfeier unmöglich machen, werden von konservativer Seite kritisiert.
Die „Liberalen“ hingegen vertreten die Meinung, dass der Fremdenverkehr für viele Gebiete Tirols die einzige wirklich ergiebige Einnahmequelle ist, welche die Bevölkerung von der Abwanderung stoppen kann. Prinzipiell müssten die Einheimischen die Nachteile des Fremdenverkehrs hinnehmen, weil verschiedene Gewerbe und die Landwirtschaft vom Tourismus profitierten. Konservative Zeitungen („Neuen Tiroler Stimmen“), so die Forderung der Liberalen, müssen eine negative Berichterstattung über den Fremdenverkehr unterlassen. Auch über Ereignisse, die dem Fremdenverkehr schaden könnten (z. B. Steinschlag, frühe Schneefälle, usw.), sollte nicht geschrieben werden, um den Gast länger im Tal zu halten.

Die geistlich-christliche Position zum Fremdenverkehr
Der Brixner Fürstbischof Simon Aichner schreibt im Jahre 1896 in einem Hirtenbrief über die negativen Aspekte des neuen Wirtschaftszweiges Fremdenverkehr. Der Bischof kann dem Fremdenverkehr auch positive Aspekte abgewinnen, sodass er den skeptischen Ansichten der Konservativen nur teilweise beipflichtet. Eine Reihe von bedeutenden Persönlichkeiten aus dem Pustertal, die man zu den Förderern des Fremdenverkehrs rechnen muss, kommen zu dieser Zeit aus dem christlich sozialen Lager, so der Brunecker Bezirkshauptmann Ebner, das Mitglied des Tiroler Landesausschusses Freiherr Paul von Sternbach und Dr. Johann Schorn, Ehrenbürger von Sillian und beruflich und politisch sehr eng mit dem Pustertal verbunden.

Tourismus: die Anfänge (1)

Kurzer Rückblick (bis Mitte 18. Jahrhunderts ca.)
Der Begriff „Tourismus“ … „umfasst die Gesamtheit der Beziehungen und Erscheinungen, die sich aus der Ortsveränderung und dem Aufenthalt zu einem bestimmten Zweck von Personen ergeben, für die der Aufenthaltsort nicht ihr dauernder Wohn- oder Arbeitsort ist.“ In dieser weit gefassten Definition bildet der Ortswechsel das primäre Kriterium.
Der Tourismus ist demzufolge keine neuzeitliche Erscheinung, denn bereits rund 1500 v. Chr. sind privilegierte Bevölkerungskreise in Ägypten zu Bildungszwecken, aber auch zum bloßen Vergnügen auf Reisen. Damals wie heute sind die Stufenpyramiden von Sakkara, die Sphinx und die drei großen Pyramiden von Gizeh touristische Sehenswürdigkeiten. Das lässt sich aus zahlreichen jünger datierten Inschriften schließen, welche Archäologen beispielsweise an den Pyramiden gefunden haben.

Auch die Alpen sind bereits seit Jahrhunderten ein wichtiges Transitland, d. h. auf mehreren Routen durchstreifen Händler, Handwerker und Krieger dieses Gebiet. Auch der Pilgertourismus, der im 11./12. Jahrhundert einen bedeutenden Aufschwung erfährt, indem wichtige christliche Heiligtümer in Rom oder Israel/Palästina aufgesucht werden (vgl. Hachtmann 2007, 40), ist hier zu nennen. Bis zum 18. Jahrhundert ist der Tourismus durch den Alpenraum daher in erster Linie als Durchgangsverkehr zu verstehen.

Die Durchreise selbst vollzieht sich meist an jenen Verkehrswegen, an denen alle 15 – 20 km eine Poststation liegt, an welchen gleichzeitig Mensch und Tier versorgt werden. Das Reisen in dieser Zeit ist jedoch alles andere als angenehm: neben der ständigen Gefahr überfallen und ausgeraubt zu werden, des mangelnden Schutzes bei Schlechtwetter und der Kälte im Winter, erwartet den Reisenden in den Unterkünften häufig mangelnde Hygiene und nur unzureichend ausgestattete Räumlichkeiten (vgl. Hachtmann 2007, 33).

Vom Gebirge bleibt der Tourismus weitgehend verschont, obwohl bereits im Jahre 1336 dem Italiener Francesco Petrarca die Besteigung des 1900 Meter hohen Mont Ventoux in den südfranzösischen Alpen gelingt. Im Allgemeinen gelten die Berge aber als bedrohlich und furchterregend, ein Bild, das bereits von römischen Schriftstellern literarisch fixiert wird. Diese Meinung hält sich bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts, auch weil es bis dorthin kaum brauchbares Kartenmaterial über die Alpen gibt.

Erste Touristen in den Alpen
Zu den ersten Touristen und Pionieren des Fremdenverkehrs gehörten um 1850 vor allem die Engländer. Wegbereiter für die neu entdeckte Lust gehobener Kreise, Reisen in die Alpen zu unternehmen, waren Schilderungen in der Literatur, die Landschaftsmalerei und ein Zeitgeist, in dem Natur und Naturschönheit einen hohen Stellenwert hatten. Als standesgemäße Unterkünfte entstanden prachtvolle Hotels, die noch heute den Charme mancher Fremdenverkehrsorte ausmachen.