Steckbrief: das Murmeltier

Murmeltiere sind Familientiere
Ein lautes Pfeifen in den Südtiroler Bergen. Nichts ungewöhnliches – das ist der Warnruf des Murmeltiers an die Familie! Murmeltiere leben in Familiengruppen, meistens oberhalb der Baumgrenze. Diese Familien bestehen aus einem erwachsenen Paar und einer unterschiedlichen Anzahl von bis zu zweijährigen Nachkommen. Die Jungen bleiben nämlich bis zu ihrer Geschlechtsreife – die sich nach der zweiten Überwinterung erreichen – bei ihren Eltern. Pro Jahr werden 3-4 (2-9) Junge geboren. Da aber ein Weibchen nicht jedes Jahr wirft, können auch Jahrgänge fehlen. Daher schwankt die Gruppengröße. Im Extremfall besteht sie nur aus einem Paar oder aber aus bis zu 20 Tieren.

Ein Revier für jede Familie
Jede Familie bewohnt ein Revier, das klar gegen Nachbar-Territorien abgegrenzt ist. Der Familienvater verteidigt sein Revier energisch gegen fremde Menschen, während die Mutter fremde Weibchen fern hält. Jungtiere können meist ungestraft in fremde Reviere eindringen.

Fast 90 % des Lebens im Bau
Murmeltiere halten im Bau etwa ein halbes Jahr Winterschlaf. Auch im Sommer bleiben sie tagsüber nur 5 – 10 Stunden an der Oberfläche. Die Nacht verbringen sie ohnedies im Bau. Der Bau setzt sich aus einem verzweigten Tunnel-System mit Erweiterungen bei „Gegenverkehr“ und Kammern zusammen. Es gibt auch eigene „Murmeltiertoiletten“.
Es gibt Sommer- und Winterbaue, manche Baue werden aber auch das ganze Jahr genutzt. Die Nestkammern liegen an den Sommerbauen meist nur bis 1,5 Meter unter der Oberfläche, in Winterbauen deutlich tiefer, im Extremfall bis in 7 Metern Tiefe. Neben dem Wohnbau gibt es über das Revier verteilt noch zahlreiche Fluchtbaue. Diese einfachen Röhren sind kaum länger als einen Meter und bieten raschen Schutz bei Gefahr.

Mehr als ein halbes Jahr Winterschlaf
Von Ende September oder Anfang Oktober bis in die zwei Aprilhälfte halten Murmeltiere Winterschlaf. Dabei schlafen sie nicht wirklich, sie verfallen in eine Kältestarre, in ein „Leben absoluter Sparflamme“. Dafür zieht sich die gesamte Familie in die Schlafkammer zurück. Im ausgepolsterten Nest kuscheln sie sich eng aneinander und reduzieren all ihre Körperfunktionen. Insgesamt reduziert sich die Stoffwechselaktivität auf nur 3 bis 5% der sommerlichen Stoffwechselrate. Aus noch ungeklärten Gründen erwärmen sich jedoch die Winterschläfer ca. alle 12 Tage kurz auf fast normale Körpertemperatur, um danach wieder in Kältestarre zu verfallen. Währen der 6-7 Monate Winterschlaf verlieren die Tiere zwischen 30-50% ihres Körpergewichts. Dabei verbrauchen sie vor allem jenes Fett, dass sie sich im Laufe des Sommer angefressen haben, ausschließlich über Grünfutter.

Quelle: Nationalparkhaus Mittersill (A)

Monte Piano & Monte Piana. Ein Kriegsschauplatz in den Dolomiten.

Der „flache Berg“
In der Stiftungsurkunde des Bayernherzogs Tassilo III. für das Stift Innichen taucht der Name „Monte Plano“ (= flacher Berg) im Jahre 769 erstmals auf. Dieser flächenmäßig vergleichsweise kleinräumige Gebirgsstock liegt im Grenzgebiet der Autonomen Provinz Bozen und der Provinz Belluno. Im Westen wird er vom Höhlensteintal begrenzt. Im Norden liegt das Rienztal, im Süden das Val Popena Bassa und im Osten das Valle di Rimbianco. Das Plateau wird geographisch in die Nordkuppe (Monte Piano) und in die Südkuppe (Monte Piana) gegliedert.
Der einfachste Zugang zum Gebiet ist jener von Norden her über das Höhlensteintal, welches von Toblach in Richtung Cortina d‘Ampezzo verläuft und eine wichtige Verbindung zwischen dem Pustertal im Norden und dem Veneto im Süden darstellt. Vermutlich schon während der Kreuzzüge (ca. 1100 bis 1300) ist diese Verbindung existent. Die heutige Straße durch das Höhlensteintal gibt es seit dem Jahre 1832. Bei Schluderbach zweigt eine Verkehrsverbindung in Richtung Misurina ab. Von dort führen ein Weg und eine Fahrstraße hinauf zum Rifugio Angelo Bosi. Weitere Möglichkeiten den Berg bzw. das Plateau zu besteigen gibt es von Norden, von Osten und auch von Westen.
Zur Vermeidung von Grenzstreitigkeiten zwischen dem Habsburger Reich und Venetien wird bereits im Jahre 1753 auf dem Monte Piana ein Grenzstein errichtet. Im Jahre 1797 kommt Venetien aufgrund des Friedens von Campo Formio an die Habsburgermonarchie. Als Venetien im Jahre 1866 nach dem dritten Unabhängigkeitskrieg dem Königreich Italien zufällt, wird der Monte Piana zu einem wichtigen militärisch-strategischen Punkt.

Die „Südfront“
Nach der Kriegserklärung Italiens an Österreich-Ungarn im Mai 1915 versuchen beide Parteien wichtige strategische Frontabschnitte in den Bergen zu besetzen. Der westliche Teil der massiv umkämpften „Südfront“ erstreckt sich vom Ortlergebiet in Richtung Süden, durchquert das Gebiet nördlich des Gardasees und verläuft nach Osten weiter bis vor die Tore der heutigen Kleinstadt Asiago (Venetien, Provinz Vicenza). Der östliche Teil der Front zieht dann von Asiago in Richtung Norden bis hin zum Rollepass, weiter über die Marmolada bis hin zu den Sextner Dolomiten. Zunächst entlang der Karnischen bis hin zu den Julischen Alpen wird die Südfront im Osten vom Isonzo (slowenisch: Socá) begrenzt, bevor die Frontlinie erneut nach Süden bis zum Triester Becken verläuft.

Kampf im Angesicht der Drei Zinnen
Aufgrund dieses Frontverlaufs wird auch das Gebiet am Monte Piano/Monte Piana zum Schauplatz der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Österreich-Ungarn und Italien, die im Juni 1915 beginnen. Die Nordkuppe (Monte Piano) wird von den Gebirgsjägern der k.u.k.-Monarchie besetzt, die Südkuppe (Monte Piana) hingegen wird von den italienischen „Alpini“ eingenommen. Es toben heftige Gefechte zwischen den verfeindeten Stellungen, der Materialaufwand ist enorm.
Das Ziel der italienischen Truppen war es bis nach Toblach vorzudringen. Die Kampfhandlungen, welche sich zwischen dem Sommer 1915 und Herbst 1917 stattfinden, bringen beiden Kriegsparteien jedoch keine Territoriumsgewinne. Stollensysteme, Schützengräben, Kontroll- und Aussichtsposten zeugen heute noch von den Gefechtshandlungen, die schätzungsweise rund 14.000 Tote gefordert haben.

Die Dolomiten – Namensgebung & Erschließung.

Der Beginn der Industriellen Revolution in England im späten 18. Jahrhundert bringt für den Alpenraum weitreichende Umwälzungen mit sich. Die bis zur jüngeren Neuzeit als bedrohlich und furchterregend geltenden Alpen werden nun von Touristen und Alpinisten als interessantes Reiseziel entdeckt. Die primäre Anlaufstation des Alpinismus ist zunächst die Schweiz.

Namensgebung
In den „Bleichen Bergen“ werden alpinistische Akzente erst einige Jahrzehnte später gesetzt. Es ist zunächst die Wissenschaft, die auf das Gebiet aufmerksam wird. Der französische Forscher Deódat de Dolomieu (1750 – 1801) übernimmt um das Jahr 1790 mehrere Exkursionen in die Berge Tirols. Das bis dahin scheinbar bekannte, kalkhaltige Gestein wird von ihm als nicht calcitisches Mineral beschrieben. Chemische Untersuchungen bestätigen seine Annahmen. Der Begriff „Dolomites“ wird zunächst in englischsprachigen Abhandlungen nur von einem kleinen Kreis von Mineralogen benutzt.
Das ändert sich durch die ersten, englischen Alpinisten und Touristen. J. Gilbert und G.C. Churchill veröffentlichen im Jahre 1864 in London ein Buch mit dem Titel „The Dolomite Mountains“. Darin beschreiben sie detailliert ihre Exkursionen in Tirol, Kärnten, den Karnischen Alpen und Friaul – der Begriff „Dolomites“ wird somit erstmals für eine ganze Region verwendet. Von damals namhaften Geologen wird das nicht akzeptiert. Nach dem Ersten Weltkrieg setzt sich jedoch die Verwendung des Begriffs neben dem allgemeinen Sprachgebrauch auch in der Wissenschaft durch.

Erschließung
Für die touristische und wirtschaftliche Entwicklung der Dolomiten sind folgende Eckpfeiler anzuführen, welche von nachhaltiger Bedeutung sind und bis ins 21. Jahrhundert hineinreichen. Dazu zählen:

 

Bedeutende Erstbesteigungen in den Dolomiten
Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts werden in den Dolomiten beachtliche Gipfelsiege errungen. Dem irischen Naturforscher und Alpinisten John Ball gelingt im Jahre 1857 mit dem Monte Pelmo (3168 m) die erste touristische Besteigung eines Berges in den Dolomiten. Der Wiener Paul Grohmann führt zusammen mit einheimischen Führern eine Reihe namhafter Erstbesteigungen durch, z. B. jene der Marmolata (1864), des Langkofels (1869) oder der Große Zinne (1869). In den Pragser Dolomiten ist es Viktor Wolf Edler von Glanvell, der mit einer Mischung aus sorgfältiger Planung, fundiertem Orientierungssinn und Mut zum Abenteuer zahlreiche neue Anstiege entdeckt und diese Routen auch begeht.

Die Naturparke in Südtirol

In Südtirol gibt es 7 Naturparks und man hat Anteil am Nationalpark Stilfser Joch. Die Naturparke Südtirols werden an dieser Stelle kurz vorgestellt.

Naturpark Drei Zinnen
Die Drei Zinnen. So wie diese, aus alpingeschichtlicher Sicht bedeutende Felsformation, heißt auch der gleichnamige Naturpark, der seit dem Jahr 1981 besteht. Das  Schutzgebiet weist eine Fläche von 119 km² auf und verteilt sich auf die Gemeinden von Toblach, Sexten und Innichen, es umfasst damit den nordöstlichen Eckpfeiler der Dolomiten. Der Naturpark wird im Norden vom Pustertal, im Osten vom Sextner Tal, im Süden durch die Landesgrenze zu Belluno und im Westen durch das Höhlensteintal begrenzt.

Naturpark Rieserferner-Ahrn
Am Naturpark Rieserferner-Ahrn haben die Gemeinden Sand in Taufers, Gais, Percha, Rasen-Antholz, Ahrntal und Prettau Anteil. Die Naturparkgrenze verläuft vom Hinteren Ahrntal (Gemeinde Prettau) bis zum Stallersattel im Osten, wobei das Antholzertal die östliche bzw. südöstliche Begrenzung darstellt. Seit 1988 gibt es diesen Naturpark der eine Fläche von rund 313 km² aufweist und im Nordosten direkt an den Nationalpark Hohe Tauern angrenzt. Im Nordwesten knüpft sich das Gebiet nahtlos an dem Hochgebirgsnaturpark Zillertaler Alpen, weshalb die drei Schutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 2530 km² den größten Schutzgebietsverbund Europas darstellen.

Naturpark Schlern-Rosengarten
Im Jahr 1974 gegründet ist es Südtirols ältester Naturpark. Das 73 km² große Schutzgebiet befindet sich in den westlichen Südtiroler Dolomiten und zählt gleichzeitig zum Dolomiten UNESCO Welterbe. Die Gemeinden Kastelruth, Tiers und Völs am Schlern haben Anteil am Schutzgebiet. Der Schlern, die Santner Spitze, ebenso das bekannte Rosengartenmassiv mit der geheimnisvollen Sage von König Laurin sind ein Teil dieses Naturparks. Ebenso gehören die Bergwälder um Seis, Völs und Tiers sowie das Tschamintal dazu.

Naturpark Texelgruppe
Der größte Naturpark in Südtirol (gegründet 1976) präsentiert sich unter dem Motto „Vom Wasser und vom Licht“ und umfasst eine Fläche von rund 310 km². Das Schutzgebiet verteilt sich auf 8 Gemeinden: Schnals, Naturns, Partschins, Algund, Tirol, Riffian, St. Martin und Moos in Passeier. In geographischer Hinsicht liegt das Schutzgebiet zwischen dem Schnalstal im Westen und dem Passeiertal im Osten. Im Norden wird es vom Alpenhauptkamm, im Süden vom unteren Vinschgau/Burggrafenamt begrenzt. Es umfasst die gesamte Texelgruppe, die nordwärts daran anschließenden Ötztaler Alpen mit dem Schnalser und dem Gurgler Kamm, sowie einen kleinen Anteil der Stubaier Alpen zwischen Timmelsjoch und Timmelsjochberg.

Naturpark Puez-Geisler
Auch bekannt als „Das Geschichtsbuch der Erde“ sind im Naturpark Puez-Geisler neben den für die Dolomiten typischen Gesteinsarten vor allem die geomorphologischen, prägenden Strukturen der Dolomitenlandschaft besonders gut erklärbar. Gegründet im Jahr 1978 wird das Gebiet im Norden vom Würzjoch und im Süden vom Grödner Joch begrenzt. Im Osten reicht das Gebiet zum Gadertal (Kampill, Untermoj), im Westen ins Villnösser und bis zum Grödner Tal. Den nördlichen Teil beherrschen die Aferer & Villnösser Geisler & der Peitlerkofel, den südlichen die Hochfläche von Gherdenacia, Sassongher, Puez (mit dem Langental) und die Cirgruppe.
Im Jahre 1999 wurde der Naturpark erweitert und umfasst nun eine Fläche von rund 107 km². Naturparkgemeinden sind: Abtei, Corvara, Villnöss, St. Martin in Thurn, St. Ulrich, St. Christina in Gröden und Wolkenstein in Gröden. Vom Villnösstal abgesehen, sind alle anderen Naturparkgemeinden ladinische Gemeinden.

Naturpark Fanes-Sennes-Prags
Dieses Schutzgebiet wurde im Jahr 1980 gegründet und erstreckt sich auf die Gemeinden Abtei, Toblach, Wengen, Enneberg, Olang und Prags. Mit einer Fläche von rund 254 km² grenzt dieses Gebiet im Norden an das Pustertal, im Süden reicht es bis zur Landesgrenze und geht dort in den Parco Naturale delle Dolomiti d’Ampezzo über. Im Westen dehnt sich der Naturpark über die Hochflächen von Sennes und Fanes bis hin ins Gadertal aus. Die Ostgrenze bildet das Höhlensteintal, wobei ein nahtloser Übergang zum Naturpark Drei Zinnen gegeben ist. Als Teil des Sektors „Nördliche Dolomiten“ (System 5) zählt das Gebiet zum “UNESCO-Welterbe Dolomiten“.

Naturpark Trudner Horn
Gegründet im Jahr 1980, erweitert im Jahr 2000: der Naturpark Trudner Horn hat eine Fläche von rund 68,5 km². Die Gemeinden Altrei, Montan, Neumarkt, Salurn und Truden haben Anteil am Schutzgebiet, welches sich auf der orographisch linken Seite des Etschtales im Südtiroler Unterland befindet. Im Norden ist es durch die Ausläufer des Fleimstales, im Südosten durch das Cembratal und im Westen durch das Etschtal (von Neumarkt bis zur Salurner Klause) begrenzt. Von allen Südtiroler Naturparks findet sich hier aufgrund der klimatischen Gegensätze die artenreichste Flora und Fauna: im Nordosten herrscht ein raueres Klima, das südwestliche Gebiet ist klimatisch submediterran geprägt.

Die Dolomiten – der Naturraum.

Geographische Abgrenzung der Dolomiten
Das Gebiet der Dolomiten wird im Westen durch das Eisacktal- und Etschtal, von Brixen bis Verona, im Süden von der Ebene Venetiens, im Osten durch die Julischen Alpen und im Norden vom Puster-, Gail- und Drautal begrenzt (Periadriatische Naht). Wie sich aus dieser Beschreibung ableiten lässt, handelt es sich hier um eine relativ großzügige Abgrenzung, innerhalb welcher sich auch Bereiche wiederfinden, die aus geologischer und streng morphologischer Sicht nicht dem typischen dolomitischen Landschaftsbild entsprechen, wie es beispielsweise das Skigebiet des Kronplatzes bis hin zur Lüsener Alm darstellt. Eine diesbezügliche zentralere Begrenzung des Gebiets vollzieht sich durch die im Süden gelegene sogenannte Suganer Linie, einer markanten geologischen Störung nördlich des Lagorai-Gebirgszugs (vgl. Bosellini 1998, 7).

Geologie und Geomorphologie
Bereits der Terminus „Dolomiten“ beschreibt unmissverständlich, dass dieses Gebirge aus dem Gestein namens Dolomit aufgebaut ist. Es handelt sich dabei um ein Sedimentgestein, welches erstmals vom französischen Adeligen Déodat-Guy-Silvain-Tancrède Gratet de Dolomieu am Ende des 18. Jahrhunderts im Zuge seiner Forschungsreisen zwischen Salurn und Mezzocorona entdeckt worden ist (vgl. Bosellini 1998, 10). Aufgrund der hellen Farbe des Gesteins werden die Dolomiten auch als die „Bleichen Berge“ bezeichnet. Ihre, durch Verwitterung und Erosion hervorgerufenen bizarren Felsstrukturen, die darin eingebetteten grünen Verebnungen und Hochflächen (z. B. Seiser Alm) sowie die vergletschterten Bereiche (z. B. Marmolada, 3.243 m) ergeben ein vielfältiges Landschaftsmosaik, das im Laufe von Jahrmillionen entstanden ist.

Die fünf Dolomitentäler
Der zentrale Teil der Dolomiten setzt sich im Wesentlichen aus fünf Tälern zusammensetzt. Dazu gehören das Gader- und Grödnertal in der Autonomen Provinz Bozen/Südtirol, das Fassatal im Trentino (Hauptort Canazei), sowie Buchenstein (Pieve di Livinallongo) und das Ampezzo in der Provinz Belluno (Hauptort Cortina d’Ampezzo). Analog dazu haben sich fünf Idiome der ladinischen Sprache herausgebildet, welche sich aufgrund der politischen Rahmenbedingungen  unterschiedlich stark im alltäglichen Sprachgebrauch manifestiert haben. Dazu zählen:

Rund 30.000 Bewohner zählen diese fünf Dolomitentäler, rund 18.000 davon entfallen auf die Autonome Provinz Bozen/Südtirol.

Tipp: Wandern mit Stöcken!

Vorweg
Stöcke und Wandern – sinnvoll oder nicht? In den letzten Jahren hat sich das Wandern mit Stöcken von einer anfänglichen „Modeerscheinung“ zu einem fast fixen Ausrüstungsgegenstand für Wanderer gemausert. Ob und wann der Einsatz von Wanderstöcken einen Sinn macht – dazu soll dieser Beitrag einen Aufschluss geben.

Mehr Muskeln…
Beim Verwenden von Wanderstöcken werden auch die häufig vernachlässigten oberen Extremitäten (Arme) eingesetzt. Damit wird der gesamte Schulter- und Rumpfbereichs mittrainiert. Ein großer Vorteil von Wanderstöcken liegt vor allem beim Berg-Abgehen: dabei werden die Kniegelenke und die Wirbelsäule entlastet, unter Voraussetzung, dass die Stöcke richtig eingesetzt werden. Durch die Aufteilung der Belastung auf mehr Muskeln bzw. Muskelgruppen wird der körperliche Ermüdungszustand in der Regel zeitlich nach hinten geschoben.
Stöcke sind im Gelände dann eine wertvolle Hilfe, wenn z. B. harte Firnfeldern im Sommer gequert werden müssen, Bachüberquerungen anstehen oder man dort unterwegs ist, wo der Boden aufgrund der Vegetation nicht eindeutig erkennbar ist.

Gehtechnik
Die Benutzung von Wanderstöcken erfordert weder eine entsprechende Gehtechnik noch eine Schulung. Das „Mitschwingen“ des Stockes entspricht dem natürlichen Bewegungsmuster der Arme beim Gehen. Im steileren Gelände kann auch der Doppelstockeinsatz sinnvoll sein. Die Stocklänge wird so gewählt, dass bei senkrecht aufgestelltem das Ellbogengelenk einen rechten Winkel bildet. In steileren Passagen wird der Stock  etwas verkürzt, beim Abwärtsgehen hingegen ist dieser etwas länger. Aufpassen muss man darauf, dass man nicht über die Stöcke stolpert, das kann in steilem Gelände fatale Folgen haben! Deswegen gehören Stöcke in absturzgefährdetem Gelände am Rucksack verstaut und nicht an die Handgelenke.

Worauf soll beim Kauf geachtet werden?
Grundsätzlich empfehle ich den Kauf eines qualitativ hochwertigen Produkts. Beachte sollten man dabei folgendes:

Fazit
Bei langen Touren, in steilem Gelände und langen Bergabwärts-Märschen sind Stöcke sinnvoll. Andererseits empfehle ich bei einfachen Touren den Wanderstock auch mal zu Hause zu lassen, damit die Koordinationsfähigkeit immer wieder bewusst trainiert wird.

Tipp: Fit für den Berg!

Am Berg fit zu sein macht Spaß. Unsere körperliche Leistungsfähigkeit kommt allerdings nicht von allein, dafür müssen wir etwas tun, damit sie sich entwickeln kann. Wenn der Organismus regelmäßig mit Augenmaß „gefordert“ wird, dann tut das gut.  In diesem Blog-Beitrag widme ich mich kurz dem Ausdauertraining.

Warum „moderates“ Ausdauertraining?
In unzähligen Foren und Online-Artikel wird darüber gesprochen wie wichtig es ist, trainiert zu sein – besonders dann, wenn du ein bestimmtes Ziel verfolgst, wie z. B. eine Trekkingwoche in den Dolomiten, die Bewältigung eines Höhenweges in 48 h, die Besteigung eines Gipfels. Wenn der Körper dafür vorbereitet wird, ist die Wahrscheinlichkeit, dass du dein Ziel auf „gutem Wege“ erreichst, wesentlich höher. Dazu gehört im Vorfeld ein regelmäßiges und an dein Ziel angepasstes Ausdauertraining.
Richtiges Ausdauertraining beeinflusst maßgeblich unser Herz, also den Motor unseres Kreislaufs: das trainierte Herz ist größer und kräftiger. Es arbeitet ökonomischer, da es pro Minute mit weniger Schlägen die gleiche Menge Blut in den Kreislauf schicken und bei Belastung eine höhere Leistung erbringt. Richtiges Training beugt Herzkrankheiten, allen voran dem Herzinfarkt vor. Um das Herz optimal zu trainieren ist es wichtig, es zu fordern, aber nicht zu überfordern d. h. die richtige Belastung ist ausschlaggebend!

Ausdauertraining – aber wie?
Gesundes Ausdauertraining ist ein „aerobes“ Training, d. h. beim aeroben Training wird der Körper mit mindestens soviel Sauerstoff versorgt wie er verbraucht. Es entstehen keine Abbauprodukte, die den Stoffwechsel belasten (Laktatanstieg) und Fett ist der bevorzugte Brennstoff. Wichtig ist auch hier der schrittweise Aufbau dieses Trainings.
Anaerobes Training hingegen vollzieht sich, wenn unser Herz Höchstleistung erbringen muss – das zeigt sich dann, wenn wir u. a. atmen wie eine Lokomotive. Dabei sammeln sich dabei sog. „Abfallprodukte“ in unserer Muskulatur an, wir „übersäuern“, da in den Muskeln nicht genügend Sauerstoff für (Fett)Verbrennungsprozesse zur Verfügung steht. Viele Bergsportler setzen sich zudem der Gefahr aus, dass das Herz-Kreislauf-System nicht mitspielt – deshalb Vorsicht! Nicht umsonst ist das Herz-Kreislauf-Versagen nach wie vor die Todesursache Nr. 1 in den Bergen!

Tipps für die Trainingspraxis
Im im aeroben Bereich zu trainieren, so die Meinung von Experten, ist es ratsam zwischen 65 und 75 % der maximalen individuellen Herzfrequenz zu trainieren.
Den Maximalwert der individuellen Herzfrequenz errechnet man ganz einfach mit ff. Formel: 220 – Lebensalter. Beispiel: ein 40 Jahre alter Trainingsanfänger sollte demnach bei einer Herzfrequenz von 117 bis 135 Schlägen pro Minute unterwegs sein – so zumindest lautet eine einfache Faustregel. Viel besser ist es jedoch, sich von allgemeinen Werten und Formeln zu lösen und eine individuelle Diagnostik beim Sportmediziner zu machen, bei der die individuelle Leistungsfähigkeit ermittelt wird. Damit beugt man gesundheitliche Schädigungen vor, die Trainingseffekte sind von Beginn an höher, ebenso die Motivation.

Als Faustregel kann man sagen: um für einen entsprechenden Formaufbau für genussvolle, gesunde Bergtouren zu sorgen, wäre es günstig dem Körper 2 – 3 Mal in der Woche ein Signal zu geben, dass seine Kondition gebraucht wird. Weiters: von einer Woche auf die andere das Pensum nicht mehr als zehn Prozent steigern. Dies gilt sowohl für den Kilometer- oder Zeitumfang wie auch für das Tempo (Maria Sponring, Sportwissenschaftlerin, Berg&Steigen, 2008).
Auf genügend Regeneration achten: es gibt ein Gesetz, das für alle Sportler gilt: Belastung + Erholung = Formverbesserung. In der Erholungszeit wird dem Organismus die Chance gegeben, sich den Belastungsreizen anzupassen. Die hauptsächlichen funktionellen Umbauten im Organismus, aus denen eine Steigerung der Leistungsfähigkeit resultiert, gehen zum größten Teil nicht während der Trainingsarbeit, sondern in der Regenerationsphase vor sich! Wer das nicht schafft, der sollte darauf achten, dass eine entsprechende andere Muskulatur im Regenerations-Training beansprucht wird (Cross-Training).

Tipp: Ernährung am Berg!

Am Berg leistungsfähig zu sein – das macht Spaß! Für das Bergsteigen empfiehlt sich als Vorbereitung regelmäßiges Training. Sollte die Zeit dafür nicht reichen, dann habe ich hier zusätzlich einige Tipps für dich zusammengestellt, die sich einfach und quasi ohne Vorbereitung umsetzen lassen…

Achte immer auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, die je nach Jahreszeit und Anstrengungsgrad unterschiedlich ist (Stichwort: Schwitzen). Das gilt für sich selbst und vor allem auch dann, wenn man mit Kinder unterwegs ist. Wird der Flüssigkeitsverlust nicht durch Flüssigkeitsaufnahme kompensiert, macht sich das in der Leistungsfähigkeit bald spürbar. Ich empfehle dafür Wasser, leicht gespritzt mit etwas Fruchtsaft, warmen/kalten Tee. Auch ein Getränk mit Magnesium und Elektrolyten unterstützt deinen Körper. Prinzipiell vermeiden sollte man unterwegs alkoholische Getränke – da werden die Beine erst richtig schwer und auch für die Konzentration ist Alkohol nicht der beste Ratgeber.

Kleinere, dafür häufigere Pausen sind in der Regel besser als eine ausgiebige Brotzeit. Leicht bekömmliche und v. a. verpackungsarme Produkte gehören hier zu meinen Favoriten. Lecker schmecken z. B. Vollkornbrote mit Topfenaufstrich, Karotten, Gurken, Äpfel, Mager-Käse, u. ä. Energiespender sind auch Müsliriegel, Nüsse, Bananen.

Nach der Tour: für eine optimale Regeneration ist es wichtig, dass der Flüssigkeitsverlust ausgeglichen und innerhalb der ersten zwei Stunden nach Belastungsende dem Körper Nahrung zugeführt wird, wobei wiederum auf die Bekömmlichkeit zu achten ist.

Ein interessanter Artikel zu diesem Thema vom Alpenverein Österreich: Ernährung am Berg.

Tipp: Bekleidung am Berg!

Die angepasste Kleidung je nach Jahres- und Tageszeit, Geländebeschaffenheit und Tourdauer unterstützt den Wanderer auf seinen Touren maßgeblich. Ob Gore-Tex, Texapore, Powertex, Softshell und zig-andere Bezeichnungen, die es gibt.

Das richtige Schuhwerk
Der richtige Schuh ist (nicht nur für das Wandern) ein zentraler Ausrüstungs- und Kleidungsgegenstand. Im Vorfeld muss man sich gut überlegen, welche Schuhe man für welche Zwecke braucht, denn klarerweise ist es ein Unterschied ob ich nur im Wald wandere, oder auch in höher gelegene Regionen vorstoße, in denen ich es mit Geröll, Schutt und Wasser zu tun bekomme. Bei steilem und steinigem Gelände z. B. ist ein knöchelhoher Schuh schon aus Sicherheitsgründen ein Vorteil. Beim Schuhkauf empfehle ich vor allen Dingen eins: suche dir einen spezialisiertes Geschäft, nimm deine persönlichen (richtigen) Socken mit (oder kaufe die gleich mit!) und teste verschiedene Modelle für deinen Einsatzbereich. Noch ein guter Tipp: Lass dir beim Schuhekauf im Geschäft genügend Zeit! Ein guter Verkäufer wird dich optimal beraten, indem er z. B. auch deine Fußanatomie berücksichtigt.

Im Mittelgebirge und bei gut befestigten Waldwegen genügt normalerweise ein fester Lauf- oder Turnschuh. Bei steilem und steinigem Gelände ist ein knöchelhoher Wanderschuh die richtige Wahl: gute Profilsohle, wasserabweisend, gut schnürbar und atmungsaktiv soll er sein.

Die richtige Kleidung
Das „Zwiebelprinzip“ ist nach wie vor das Maß aller Dinge, d. h. angepasst auf die Jahreszeit trägt man verschiedene „Bekleidungsschichten“ am Körper, die dann je nach Bedarf angelegt oder ausgezogen werden können. Dabei unterscheidet sich der Sommer vom Winter nicht wesentlich (außer natürlich im verwendeten Material), denn auch bei Wanderungen im Sommer hat man neben einem leichten T-Shirt, zusätzlich noch einen leichten Fleece sowie einen Wind- und Regenschutz im Rucksack. Jeder entscheidet für sich selbst, was direkt auf der Haut am angenehmsten zu tragen ist: Baumwollhemden bzw. Shirts sind in der Regel angenehm, saugen jedoch den Schweiß rasch auf und trocknen im Vergleich zu technischen Shirts langsam. Technische Shirts hingegen riechen in der Regel relativ schnell unangenehm. Merino-Shirts sind für alle die Wolle mögen häufig das Non-Plus-Ultra.
Wenn es kühl wird, zieht man als zweite Schicht einen Fleece an und als oberste Schicht nützt eine entsprechende Jacke gegen Wind und Wasser. Manchmal genügt als zweite Schicht (v. a. im Sommer) auch nur ein Softshell (wind- und wasserabweisend), wenn z. B. das Wetter nicht mitspielt. Ähnliche Tipps gibt es von mir auch für die Beinbekleidung: ob lange oder kurze Hose entscheidet der Wanderer selbst, bei längeren Touren (mehrere Tage) muss auf alle Fälle ein zweites Paar in den Rucksack – ich empfehle hier jedoch schnell trockende Hosen, keine Jeans oder dicke Stoffhosen.

Grundsätzlich gilt also: die Kleidung wird abgestimmt auf die Jahreszeit, die Temperatur und das persönliche Wohlbefinden. Nicht zu vergessen ist auch die angepasste Kopfbedeckung, die gegen Sonne oder z. B. im Falle einer Kapuze auch gegen Regen schützt. Und noch was: Kleidung ist gewichtsmäßig nicht schwer, daher ist ein zweites Teil im Rucksack zum Wechseln (T-Shirt, Hose) immer ein Gewinn. In hochalpinem Gelände braucht man mehr Schutz vor Wind und Wetter, d. h. lange Unterhosen, Wechselwäsche, warme Kopfbedeckung und Handschuhe sind bei Schnee und Wind wichtig!

Tipp: Mit Kindern am Berg!

Dieser Beitrag könnte vielleicht den Eindruck erwecken, Bergsteigen mit Kindern sei eine mühsame Angelegenheit und man müsse sich viel einfallen lassen, um Kinder dafür zu gewinnen. So ist es jedoch nicht: normalgewichtige und bewegungsfreudige Kinder gehen gerne in die Berge, wenn man ihnen die Freude nicht durch Überforderung oder Langeweile vergrault. Im Gegenteil: Bergsteigen mit Kindern bringt häufig auch den erwachsenen Begleitern viel Freude. Gerade wenn man schon Jahrzehnte in den Bergen unterwegs war, wirken Begeisterung, Lebenslust und Entdeckungsdrang der kleinen Begleiter ansteckend.

 

Warum mit Kindern besteigen?
Grundsätzlich sind wir als Eltern verpflichtet die Entwicklung ihrer Kindern zu fördern. Wir haben dabei eine individuelle Vorstellung davon, was für unsere Kinder „gut“ und „richtig“ ist. Dazu setzen wir verschiedene Mittel und Tricks ein, um Kinder zum erwünschten Verhalten zu bewegen. Das gilt auch dann, wenn wir Erwachsene die Kinder für den Berg begeistern wollen. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob „Bergsteigen“ an sich als erzieherisch wertvoll angesehen werden kann… diese Frage kann ich mit einem klaren JA beantworten! Oder wie Rudolf Weiss es in der Zeitschrift Berg & Steigen (2004) ausdrückt: „Bergsteigen fördert die Entwicklung von Kindern in hohem Maße. Es erfasst, formt und bereichert den ganzen Menschen.“ Folgende Punkte sprechen dafür:

 

Wie begeistere ich Kinder für den Berg? 

 

Sicherheit(?)
Wir Eltern sind verantwortlich für unsere Kinder. Das heißt aber nicht, sie komplett zu entmündigen oder ihnen nicht’s zuzutrauen. Aus Sicht der Entwicklungspsychologie und der praktischen Erfahrung ist es wichtig, für die gemeinsame Bergtour den passenden Weg bzw. Gelände zu finden, denn die Forststraße ist keineswegs das Maß der Dinge, höchstens für den „kinderwagen-schiebenden“ Papa.
Kinder wollen in jedem Alter „klettern“, d.h., sie suchen geradezu ein gewisses Maß an Schwierigkeit. Was sie unter „Klettern“ verstehen ist unterschiedlich. Kleinkinder finden ihre Herausforderung bereits auf oder neben leichten Wanderwegen, Schulkinder auf mittelschweren Bergwegen. Das Begehen von Klettersteigen oder gar „richtiges“ Klettern ist für Kinder in der Regel ohnehin unschlagbar motivierend, stellt aber entsprechende Anforderungen an die verantwortlichen Erwachsenen.

Zur Ausdauerleistungsfähigkeit von Kindern empfehle ich auch noch ff. Artikel: Die Ausdauerleistungsfähigkeit von Kindern